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Reiter
38 Jahre alt
Wenn man jung ist, träumt man manchmal von seiner Zukunft. Darüber, dass man seine Jugendliebe heiratet, mit ihr an die Küste zieht und Kinder großzieht, während er in Frieden seiner Arbeit nachgeht und ihr dabei zusieht wie sie für sie alle einen Kuchen backt. Der Traum in seinem selbstgebauten Haus zu sitzen und hinaus auf sein Land zu sehen... Riaz träumte sein Leben davon. Er hätte für jedes seiner Kinder ein Haus gebaut und wäre mit seiner Liebe irgendwann unter dem Baum auf dem Hügel eingeschlafen an einem warmen Sommertag. Doch es kam alles anders. Der Angriff auf sein Dorf, der ihn seine Familie kostete, sein einschreiben auf der Reiter Akademie, die ihn seine Liebe kostete und aller Träume raubte. Doch er träumte von einer neuen Zukunft. Der Sicherheit seines Königreichs. Denn wenn er sein Leben nicht bekam, würde er alles tun, dass andere es bekamen. Jemand anderes würde sein Leben leben. Würde seine Jugendliebe heiraten und mit ihr Kinder großziehen. Er würde ihr dabei zu sehen wie sie morgens für sie Brot backte und in ihrer warmen Präsenz schwelgen. Und er hoffte mit allem was er hatte, dass sie dieses Leben leben konnte. Denn sie hatte es verdient glücklich zu sein. Riaz war nun fast vierzig Jahre alt. Er hatte nichts von dem, was er damals als Kind erträumt hatte. Alles war anders geworden. Aber er war nicht mehr alleine. Er hatte einen besten Freund, einen Staffelführer der seinen Horizont so sehr erweiterte. Er hatte Staffelmitglieder die er so sehr liebte wie seine Familie. Denn sie waren alles was ihm geblieben war. Sie waren seine Familie und genau das war es, was es zu beschützen galt. Denn Navarre war nicht mehr das, was er einst dachte. Diese Land war nicht mehr das noble Land, dass sich geschworen hatte seine Bürger zu schützen. Ihr zweites Gesicht zeigte sich in diesem einen verhängnisvollen Tag, als sie ihm zeigte wie grausam sie doch war. Das sie es auf sich nahm, dass Menschen vor den Mauern verreckten, weil Navarre lieber sich selbst schützte als die Menschheit. Irgendwo in den letzten hunderten von Jahren hatte Navarre ihre Menschlichkeit verloren. Verwogen in Lügen und Intrigen. Und Riaz war ein Part von ihr gewesen. Er hatte Aufstände niedergeschlagen, Kinder verhaftet, Flieger bekämpft und heute... stand er hier. Auf der Seite, die er sein Leben lang bekämpft hatte. Die Seite die seine Eltern getötet hatte. Die Seite deren Eltern er getötet hatte.
Gespielt von Paw
Dabei seit: 22.09.2024, 14:22
Zuletzt gesehen: 10.11.2024, 19:15
Reiter
47 Jahre alt
Das Leben ist nicht fair. Das weißt du. Besser als jeder andere, vermutlich. Schon von Anfang an, warst du auf dich allein gestellt. Im Waisenhaus nur einer von vielen bis du dich mit etwa 10 Jahren davongeschlichen hast um nicht mehr einer von vielen zu sein. Weil das nur Nachteile gehabt hatte. Das Leben auf der Straße stählte dich ungemein und setzte deinen Weg auf den der Reiter an Basgiath. Du warst gut genug vorbereitet um das Viadukt zu überleben. Ebenso das Dreschen und die Brutalität der anderen. Dich kriegten sie nicht klein. Du warst klein für dein Alter aber das hat dich nicht davon abgehalten, dich durchzubeißen. Immer und immer wieder wie ein bissiger Hund. Mirelle hat das alles etwas leichter gemacht. Ihr wart euch so nah. Und wieder war das Leben irgendwann ein Arschloch und nahm dir all die Leichtigkeit weg, die du dank ihr gefühlt hast. Nahm dir deine Zukunft als Vater. Nahm dir jegliche Gefühle für irgendwen. Nichts mehr fühlen, nur noch handeln – das war lange Zeit das einzige wozu du fähig warst. Danach hast du dich mit deinem Drachen und ohne ihn in jede erdenkliche Situation gestürzt. Gefahr? Immer her damit. Dir war es egal, ob du stirbst oder nicht. Es hat Jahre gedauert, bis du diese Rücksichtslosigkeit deinem Leben gegenüber zurückgefahren hast. Bis du wieder ruhiger wurdest. Nicht mehr so rastlos. Jetzt bist du vermutlich der unbeliebteste Lehrer an ganz Basgiath aber du könntest keinen größeren Fuck darauf geben. Du nämlich genießt es, deine Schüler bis an den Rand des Aufgebens, der Verzweiflung zu bringen. Bis sie dich um Gnade anflehen. Natürlich vergeblich – denn Gnade für andere hast du schon lange nicht mehr. Du liebst es, sie leiden zu sehen. Wie sie versuchen, über ihre Grenzen zu gehen. Du siehst sie zu gerne scheitern. Aber du bringst sie trotzdem durch das Training. Damit sie vorbereitet auf jeden verdammten Scheißdreck sind, den der Krieg und die Welt da draußen ihnen vor die Füße werfen. Vielleicht sieht nicht jeder dich mit Dankbarkeit an, durch die rauen Methoden, aber das erwartest du auch gar nicht.
Man könnte meinen, es würde nicht mehr viel fehlen bis du irgendwann mit Konfekt beim Viadukt stehst und ihnen beim fallen zusiehst. Aber nein, das ist selbst für dich zu makaber. Auch wenn es bestimmt so einige gibt, die es dir zutrauen würden. Aber so bist du wirklich nicht. Nicht mehr. Du versuchst, deinen Frieden zu machen. 28 Jahre sind doch genug Zeit, oder? Gespielt von Cay
Dabei seit: 22.09.2024, 13:55
Zuletzt gesehen: 19.01.2025, 20:21
Fliegerin
31 Jahre alt
Geboren in eine Familie, in der sich stets gegenseitig unterstützt und unter die Arme gegriffen wird, fühlt sich Asaié tief verwurzelt mit den in Poromiel lebenden Menschen. Von klein auf sah sie mit eigenen Augen, wie wichtig es ist, einander die Hand zu reichen und füreinander da zu sein. Entsprechend erstreckt sich Asaiés Hilfsbereitschaft nicht nur auf ihre Familie, sondern grundsätzlich auf alle in Poromiel lebenden Menschen, denn sie ist verdammt stolz auf ihre Herkunft und die starke Gemeinschaft. Es überraschte niemanden, als sie im Teenageralter schließlich verkündete, Fliegerin werden zu wollen. Denn wo konnte sie besser ihre Leute beschützen, als auf dem Rücken dieser edlen Wesen?
Die Ausbildung zur Fliegerin und die darauf folgenden Einsätze haben Asaié verändert. Aus der naiven, vertrauensseligen jungen Erwachsenen wurde eine kompromisslose Frau, die sich auch deutlich größeren Männern ohne mit der Wimper zu zucken entgegenstellt und für ihre Überzeugungen einsteht. Ihr ausdrucksstarkes Gesicht und gnadenlose Ehrlichkeit helfen dabei leider nur bedingt, weswegen schon manches Mal die Fäuste flogen, statt bloß scharfer Worte. Zum Glück ist sie eine hervorragende Nahkämpferin und weiß darüber hinaus ihre Gabe der Emotionssteigerung geschickt einzusetzen, was sie oft mit weniger Blessuren als erwartet aus den Kämpfen gehen lässt.
Asaié hat schon einiges im Leben gesehen, Gutes wie Schlechtes. Das Zusammenrücken im Angesicht von Katastrophen und Ungerechtigkeit beeindrucken sie nach wie vor und bestärken die Fliegerin stets darin, das Richtige zu tun, indem sie ihr Land mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt. Dazu gehört auch der Austausch von Waffen mit den Separatisten, von dem nur wenige wissen. Ihre Loyalität stellt das in ihren Augen nicht infrage, schließlich helfen die legierten Waffen enorm im Kampf gegen die Veneni, und sie würde selbstverständlich ohne zu Zögern im Namen Poromiels sterben. Dennoch gibt es da diese Momente, meist am Ende von mental fordernden Tagen, in denen sie sich erschöpft an ihren Greif lehnt und ihm ins Ohr flüstert, dass er ihr mittlerweile der liebste Begleiter geworden ist. Denn neben dem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn wäre es zwecklos zu leugnen, dass ihr Vertrauen in die Menschen über die Jahre durchaus zu bröckeln begonnen hat. Vor allem die Ungerechtigkeit, die von Navarre ausgeht, nährt ihre Wut auf dessen Machthabende, aber auch gegenüber jenen, die deren Befehle ohne zu hinterfragen ausführen.
Gespielt von Mara
Dabei seit: 22.09.2024, 13:24
Zuletzt gesehen: 18.01.2025, 22:23
Reiterin
27 Jahre alt
Warum waren sie hier? Warum waren sie alle eigentlich verflixt noch mal am Leben?
Kann ja nun keiner behaupten, dass er gefragt wurde, bevor er in die Welt geschmissen wird, oder? Zadra kommt als Tochter einer Hure in einem Bordell zur Welt. Sie weiß nicht wer ihr Vater ist und wenn sie ehrlich ist, interessiert sie es auch kaum. Man hat sie mit durch gefüttert, weil sie als Besitz der Besitzerin angesehen wurde. Ganz schön kompliziert, oder? Im Grunde wurde ihr von klein auf gesagt, was man von ihr erwartete und womit sie ihren Lebensunterhalt irgendwann verdienen wurde. Ihr wird heute noch schlecht, wenn sie daran denkt. Dennoch, sie blieb am Leben und wurde nicht weiter verkauft, wie es den Jungs immer drohte, auch wenn man ihr, kaum das sie alt genug war, klar machte, dass sie vor den Füßen weg sein sollte. Das Leben draußen auf der Straße hat sie gelehrt, was sie wissen musste. Wie man jemanden Geld abnahm, wie man sich unsichtbar machte, oder wie man schnell genug vor den Wachen davon lief. Die Älteren passten auf die Jüngeren auf, so lief es immer und der Rest sah weg. Was nützte es nachts ein Dach über den Kopf zu haben, wenn der Rest fehlte? Heute würde die junge Reiterin alles tun, um ihre Familie zu beschützen, aber Familie bedeutet immer nicht Blutsverwandtschaft und ihrem Schwarm alleine gilt ihre Loyalität, was bedeutet, dass es beim Rest nicht weit her geholt ist. Sie besucht die Schule und wird zu einer begeisterten Leserin, wenn sie nicht versucht ihren Lebensunterhalt zusammen zu bekommen und auf der Straße klauen, oder betteln geht. Jeder Tag der gleiche Ablauf und sich dabei noch vor den Männern weg ducken, die zu viel getrunken haben. Irgendwann lernt sie, worauf man zu achten hat um nicht in Schwierigkeiten zu geraten und doch weiß sie immer, das auch ihr Zeitpunkt näher kommt. Als es kurz nach ihrem Schulabschluss soweit ist, packt sie ihre Sachen und verzieht sich und beginnt das Spiel von vorne, kaum dass sie sich einer kleinen Gruppe angeschlossen hat. Sie ist noch nicht lange in der Stadt, als sie versucht einen Soldaten zu bestehlen. Nicht ihr erster Fehler und vermutlich auch nicht ihr letzter. Als er die 15jährige jedoch nicht ausliefert, sondern ihr einen verflucht langen Vortrag hält, der noch heute in ihren Ohren klingelt, lässt sie sich von ihm zum Heilerkonvent verschleppen, wo sie die nächsten fünf Jahre verbringt. Zadra lernt die Grundkenntnisse der Heilkunst, auch wenn sie schon bald feststellen muss, dass das nichts für sie ist und sie, trotz aller Faszination, nie dort zu Hause sein wird. Warum dem so ist, lässt sich vermutlich sogar recht einfach erklären: Sie hat dort gelernt, das man als Heiler jederzeit für andere da sein muss, egal für wen und warum. Da ihr moralischer Kompass jedoch, wie sie weiß, ziemlich im Eimer ist, hat sie gar kein Interesse daran irgendwann ihre Mutter, oder einen ihrer Bettgefährten und sonstwem zur Seite stehen zu müssen. Im Gegenteil: Sie will lieber diejenigen beschützen, die sich nicht selbst helfen können, weswegen dieser Gedanke auch ihren späteren Lebensweg festlegt. Als die Zeit der Einberufung kommt, durchläuft sie alle Vorbereitungen für das Basgiath War College, bezwingt das Viadukt und wird schließlich in die Reihen der potentiellen Drachenreiter aufgenommen. Sie übersteht einige Mordversuche, tötet im Zuge des Trainings ebenfalls, bevor sie von einem Drachen erwählt wird. Ihrem Drachen, für den sie in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren die Zähne zusammen beißt, bevor es in die große, weite Welt geht. Sie landet in Samara, im Osten und damit zum Glück weit weg von ihrer eigentlichen Heimat, wo sie Gefahr laufen würde doch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert zu werden. Nach einigen anfänglichen Problemen lebt sie sich gut in das neue Geschwader ein, auch wenn es dort hin und wieder etwas rau zugeht und sie sich oftmals immer noch über ihre Vergangenheit ausschweigt. Sie vertraut ihrem Kommandanten blind, wie auch jedem anderen im Team, etwas was nicht viele Menschen von sich behaupten können und so sind sie und ihre Drachen es, dem ihre Loyalität gilt und nicht einem König, der weit weg von all dem ist und, laut ihr, keine Ahnung hat was eigentlich auf den Straßen seines Landes vor sich geht. Gespielt von Kay
Dabei seit: 22.09.2024, 12:31
Zuletzt gesehen: 06.01.2025, 20:18
Diplomatin
25 Jahre alt
“Beklage dich nicht über die Dunkelheit. Zünde eine Kerze an.” Schon relativ früh hast du dieses Sprichtwort aufgeschnappt und mit der Zeit ist es zu einem Mantra für dich geworden. Als Tochter des Königs hat man nicht viele Freiheiten. Also Tochter des Königs, die an einer Immunschwäche leidet und so gut wie jede Krankheit aufschnappt, hat man gar keine Freiheiten. Schon als Kind hast du oft unter schweren Erkältungen und Gelenkentzündungen gelitten, hast mehr Zeit bei den Heilkundigen verbracht, als du zählen konntest. Nach deinem ersten schweren Krankheitsschub gab dir deine Mutter ein Erbstück, welches alles verändern sollte. Du fandest die Kraft in deinem Glauben, der Religion und es vergeht kaum kein Tag, an welchem du dich nicht in die königliche Kapelle begibst, um eine Kerze für diejenigen anzuzünden, die den Göttern nicht so wohlgesonnen sind wie deine Familie. Aus politischen Machenschaften und Kriegsgesprächen wirst du beinahe komplett herausgehalten, ja, beinahe wie ein rohes Ei behandelt. Es gab in deinem gesamten Leben nur eine Person, die dich nicht wie ein zerbrechliches Wesen behandelt hat und es ist kein Wunder, dass du dieser dein Herz geöffnet hast. Allerdings wurde es gebrochen, als ausgerechnet diese Person dich ohne Erklärung verlassen hat. Seitdem lebst du noch zurückgezogener, verschließt deine wahren Gefühle hinter einer hübschen Fassade und lässt kaum jemanden an dich heran. Viel lieber verbringst du deine Zeit damit, dein Wissen über Heilkunde in der königlichen Bibliothek und bei den Heilkundigen zu erweitern, da du denjenigen, die ebenfalls mit Gesundheit zu kämpfen haben, zur Seite stehen möchtest. Ein gutes Buch oder aber deine zahlreichen Instrumente sind für dich eine bessere Gesellschaft als Menschen. Wobei es nicht so ist als würde dir dein Vater gestatten, die königlichen Palastmauern zu verlassen aufgrund deines Gesundheitszustands. Viel zu groß ist das Risiko, dass du dir irgendeine lebensbedrohliche Krankheit einfängst. Deine Geschwister haben den Mut gehabt, den goldenen Käfig, in dem du dich befindest, zu verlassen, doch du selbst verschließt noch die Augen davor, was wirklich in der Welt vor sich geht. Du glaubst fest daran, dass die Götter einen Plan haben und alle leiten, ob es den Menschen nun bewusst ist oder nicht. Was du noch nicht ahnst ist, dass es bald an der Zeit ist, dieses behütete Leben hinter sich zu lassen und die Augen vor dem Unausweichlichen zu öffnen. Man kann schließlich nicht ewig den Blick vor der Realität verschließen und spätestens, wenn du wieder auf die Person triffst, die damals Zugang zu deinem Herzen hatte, werden die Ereignisse ins Rollen gebracht werden.
Gespielt von Jess
Dabei seit: 22.09.2024, 09:22
Zuletzt gesehen: 19.01.2025, 10:08
Reiterin
21 Jahre alt
Den Kopf eigentlich schon immer in Büchern oder in den Wolken, flüchtete sich Ivelle Nyra Kinnaird stets gern in fremde Welten, wo die eigene doch teils so düster erschien. Ein gewisser Hang zu Eskapismus ist ihr geblieben, eine Liebe für Bücher ebenfalls, aber ein Teil ihrer Träume hat sich schon vor geraumer Zeit in ihre Realität verlagert. Sie mag ein oder zehn Märchen zu viel gelesen haben, die sie lange ein „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ als erreichbares Ziel ansehen ließen. Diese Romantisierung musste sich aufgrund ein bisschen Enttäuschung verflüchtigen, schließlich kann sie die Überzeugung, dass es nicht das Ende sein kann, wenn’s nicht glücklich ist, anhand unterschiedlicher Erlebnisse ihrer letzten Lebensjahre problemlos widerlegen. An den Glauben, dass Liebe eine magische Kraft inneruht, indes klammert sie sich mit einem dieser eisernen Griffe, welche die Fingerknöchel blasser hervortreten lassen. Schließlich ist es eben diese Liebe, die sie von ihrem lange Jahre gereiften Plan ihren Dienst als Schriftgelehrte zu verbringen, zur Entscheidung bewogen hat, sowie ihre kurzzeitige Pflegeschwester Reiterin werden zu wollen. Ein Jahr Vorbereitung schien kaum genug, um die eher belesene als sportliche junge Frau über das Viadukt und durch die darauffolgenden Gauntletprüfung zu bringen, aber sie überraschte wohl viele damit, dass sie selbst die Präsentation überlebte und sich schließlich beim Dreschen sogar ein Drache für sie entschied. Aus einem metaphorischen ‚Mit dem Kopf in den Wolken‘ ist also auch eine Tatsächlichkeit geworden. Ihre körperlichen Schwächen haben sich über das erste Jahr verringert, ihre Stärken liegen aber nach wie vor in der Theorie. Belesen ist sie also weiterhin, dass gleich beide Gründe, dass sie Reiterin werden wollte, ebenfalls durch das College wandeln, hat sie jedoch nicht gänzlich bis zum Ende durchdacht.
Den Traum einer lebenslangen Beziehung mit ihrer Jugendliebe, ließ sie die von ihren Eltern – eigentlich Adoptiveltern, aber sie hat sie schon vor langer Zeit als ihre Familie angenommen – angestrebte Verlobung als unmöglich ansehen und durch die Bindung mit einem Drachen auf genügend Eigenständigkeit hoffen, ihr zu entgehen. Dass ihre Jugendliebe die Distanz wahrt, obwohl sie manchmal nur ein paar Schritte trennen – schließlich ist er auch Reiter geworden – lässt sie manchmal an ihrer Rolle der hoffnungslosen Romantikerin zweifeln. Samael Quirrn als potenziellen Ehemann zu sehen, kommt irgendwie trotzdem nicht so recht in Frage. Vielleicht folgerten gerade diese Unsicherheiten ihre Siegelkraft, die ganz eigene Herausforderungen mit sich bringt. Nicht nur, dass Vorausseher selten sind, ihre prophetischen Träume sind auch noch höchst schwierig einzuordnen. Meist sieht Ivelle nur die kleinsten Details einer Szenerie und kann häufig, wenn überhaupt, erst in Momenten, wo sie ihnen tatsächlich begegnet, einordnen, was sie bedeuten. Dabei hilft manchmal jemandem aus ihrer Staffel vielleicht erst mit dem rechten Fuß loszulaufen oder den Schuh neu zu binden oder ein gewisses Essen nicht zu wählen. Es sind Kleinigkeiten, die großen Visionen blieben bisher aus, aber hilfreich kann die ein oder andere sicherlich sein. Für jemanden, der derart viel tagträumt, vielleicht auch eine Form von Ironie des Schicksals, in ihren Träumen nun tatsächlich möglichen Realitäten zu begegnen und noch mehr, dass sich diese Prophezeiungen zuletzt nicht mehr nur auf ihre Träume beschränken. Ivelle erscheint manch einem sicherlich immer noch etwas zu zart und sanft, aber die letzten Monate und das letzte Jahr haben sie durchaus etwas härter werden lassen. Sie ist mehr so naiv zu glauben, dass alle ihr etwas Gutes wollen, erliegt wohl aber dem Gespielt von jella
Dabei seit: 21.09.2024, 14:23
Zuletzt gesehen: 22.01.2025, 15:09
Reiterin
20 Jahre alt
Ich bin Lyn A'zion. Tochter von Eovyn und Finn A'zion. Enkelin von Etaine, Keeva, Tagdh und Rían A'zion. Großnichte von... allem was irgendwie einmal auf einem Drachen saß. Meine Familie ist seit Jahrhunderten bevölkert von Reitern. Sie schreiten über den Viadukt, finden ihre große Liebe in ihrer Staffel und erziehen die nächste Generation von "Füllmaterial" dessen einzige Aufgabe ist, die nächsten Reiter auf die Welt zu bringe. Man könnte meinen, sie würden gutes tun, eine Akademie zu öffnen um junge Menschen auf das Reitertum zu erziehen, doch dann, würde man jemand anderes helfen als einem selbst. Unverzeihlich.
Wir sind Reiter. Und nur Reiter. Jeder, der keiner ist, ist auch kein A'zion. Sie werden verbannt als hätten sie nicht mit einem im gleichen Sandkasten gespielt. Es mag grausam wirken, doch im Krieg überleben nur die Starken. Niemand sonst. Und ich will leben. Also muss ich stark sein. Ich muss über diesen Viadukt laufen und mir einen Drachen holen. Ich muss sie alle besiegen. Ich darf nicht zurückkehren ohne das aber was ist... wenn ich nicht zurück will?
Es ist... ich muss das hier schaffen. Ich will leben. Ich will ein Leben leben. Ich will nicht mehr nach Hause kommen müssen zu dem Scheiterhaufen der meine Familie ist. Ich will nicht mehr angeschrien werden, nur weil ich den Sprung nicht geschafft habe und abgerutscht bin. Ich will nicht dass sie mir wieder weh tun, weil ich nicht schnell genug gelaufen bin. Diese Schule ist vielleicht mein einziger Weg hier raus, versteht ihr? Mein Schlüssel zur Freiheit. Wenn ich hier raus komme, habe ich einen verdammten Drachen der sie alle auffrisst wenn sie mir zu nahe kommen und wenn ich hier nicht rauskomme... dann ist dem so. Ich habe nichts zu verlieren und ich werde nur gewinnen. Aber ich habe zu lange trainiert um jetzt zu verlieren. Ich bin nicht zwanzig Jahre durch diese Hölle gelaufen um dann einfach zurückzukehren. Ihr werdet mich nicht kleinkriegen. Nicht so. Nicht nach allem. Und ich werde tun was ich tun muss, um hier lebend wieder herauszukomen.
Komme was wolle. Denn ich bin Lyn A'zion. Tochter von Eovyn und Finn A'zion. Und ich werde jedem zeigen dass ich allen in den Hintern treten kann.
Gespielt von Paw
Dabei seit: 18.09.2024, 15:23
Zuletzt gesehen: 18.11.2024, 23:03
Heilerin
25 Jahre alt
Das Leben ist nicht so, wie es in Büchern dargestellt wird. Auf jedes Happy End folgt die Realisation, dass es nicht für immer so bleiben wird. Und mit der Zeit lernst du, die Freude über jeden glücklichen Moment aufzusaugen. Das musste ich schon früh lernen. Mich darüber zu freuen, wenn Papa nicht mit der Infanterie unterwegs war, sondern ein paar Tage Zuhause bleiben konnte. Jeden Tag auszukosten, an dem meine Mutter nicht im Bett liegen musste, sondern sich mit uns Geschichten über die Sternbilder ausdachte. Jeden Tag, an dem sie genug Kraft hatte, um Lyev und mich an ihrer Kunst mitarbeiten zu lassen und ein Spiel daraus zu machen. Meine Ausbildung, die meine Eltern mir durch harte Arbeit ermöglichten, auszunutzen und jede Information abzuspeichern, die mir mitgeteilt wurde.Aber es ist schwer, sich nie auf den Gedanken einzulassen, dass mein Happy Ending endlich da ist. Nicht einmal die Liebe deines Lebens kennenzulernen bedeutet, dass man sie für immer haben wird. Doch die Momente des Glücks kann mir niemals wieder jemand nehmen.Doch das ist etwas, das ich auf die harte Weise lernen musste: Ich kann sie nicht alle beschützen. Kann sie nicht alle retten. Ich konnte weder meinen Bruder davon abhalten, seinem gefährlichen Traum nachzugehen ein Reiter zu werden, noch meinen Ehemann davor beschützen, bei einem Überfall umzukommen. Ich konnte nichts tun, außer hilflos daneben zu stehen.Das war der Grund, warum ich mich schlussendlich freiwillig gemeldet habe, um am Basgiath War College der Ausbildung in der Heilkunde nachzugehen. Viele hätten sich gefreut, dass ihnen das erspart geblieben war, als die Jahre zuvor genug Freiwillige vorhanden waren, dass ich der Wehrpflicht entgehen konnte. Doch ich hatte es satt, einfach tatenlos daneben stehen zu müssen. Ich war immer eine Träumerin und keine Kriegerin, doch so kann ich mein Wissen endlich nutzen und meine Fähigkeiten ausbauen, um etwas Gutes in der Welt zu bewirken. Ich mag zwar immer noch im Schatten stehen und auf keinem großen Podest wie die Reiterinnen und Reiter, aber das brauche ich auch gar nicht. Ich möchte den Menschen nur etwas ihres Schmerzes nehmen und ihm besten Fall ein Lächeln auf ihre Gesichter zaubern.
Gespielt von Ely
Dabei seit: 17.09.2024, 13:46
Zuletzt gesehen: 18.01.2025, 17:19
Reiter
39 Jahre alt
Gute Geschichten bürgen oftmals eine gewisse Tragik, eine Prise Humor und eine Ebene des Verständnisses. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, ist es einfach, Worte zu finden, um Feinheiten zu vermitteln. Einen anderen Ton einzuschlagen und Revolutionen zu lenken. In seinem Leben hat es schon immer zwei Möglichkeiten gegeben: den einfachen Weg mit dem Kopf durch die Wand oder den langwierigen, in dem es von Nöten ist, Pläne zu schmieden und Samen zu sähen. Eigentlich ein stiller Charakter ist die Bedeutung von Worten Riven schon immer bewusst gewesen – vielleicht durch seine Mutter, die ihm von früh an beibrachte, sie zu hinterfragen und einen eigenen Sinn in ihnen zu finden. Oder durch seinen Vater, der ihn lehrte, wann ein Scherz angebracht ist und wann man den Mund besser zu halten hat. Vielleicht lag es aber auch an all den Befragungen, denen er beigewohnt hatte. Den Erinnerungen, die er auf Befehle hin hatte löschen müssen und die den Meldungen der Führungsebene widersprachen. Veneni und Wyvern – in seiner Kindheit nicht mehr als düstere Märchenwesen und heute die reale Gefahr für die Menschen des Kontinents. Er hatte anerkennen müssen, dass es ein Meisterwerk war: die Verbreitung der Lügen, das Verwischen der Grenzen und die Unsichtbarkeit der Intrigen, sind sie doch tief in den Alltag verwurzelt. Es hat eine gewisse Faszination in ihm geweckt, ein Spiel entfacht, in welchem Wissen vielleicht mehr wert ist als reine Kampfstärke. Wobei seiner Meinung nach das eine durch das andere bedingt wird: denn in den meisten Fällen geht Loyalität einher mit Vertrauen. Und wenn man erst einmal die Personen im navarrianischen Militär erkannt hat, die Zweifel haben, ist es kein Kunstwerk mehr, die Wahrheit zu nutzen, um sie von dem Vorhaben der Revolution zu überzeugen. Riven hat sich selbst nie als Ratsmitglied gesehen – wurde gewissermaßen in die Rolle gedrängt. Manche sagen aufgrund seiner Erfahrung, manche begründen es in seiner Rhetorik, doch für ihn geht es damit einher, dass er als einer von Wenigen unbemerkt überlebt hatte. Kein Teil der Schlacht von Aretia gewesen war und die reine Zerstörungswut erst im Nachhinein vor Augen geführt bekommen hatte. Es hatte etwas in ihm verändert: der Anblick seiner verbrannten Heimatstadt. Menschen unter den Trümmern. Die Hinrichtung seiner Freunde. Die Scheu vor Verantwortung hatte etwas anderem Platz gemacht – dem Wunsch danach, dass nichts umsonst gewesen war. Dass die Bewegung nicht endgültig zerschlagen worden war. Da war Wut in ihm gewesen. Hass. Aber auch Unverständnis: schließlich liegt der wahre Feind nicht in Poromiel. Nicht einmal in Navarre, auch wenn es sich manchmal danach anfühlt.
Gespielt von jani
Dabei seit: 16.09.2024, 13:51
Zuletzt gesehen: 19.01.2025, 17:17
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