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the empyrean
Ein Drache ohne seinen Reiter ist tragisch. Ein Reiter ohne seinen Drachen ist tot.
— Rebecca Yarros, Flammengeküsst

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Gemeinschaftsgefühl ist, mit den Augen anderer zu sehen, mit den Ohren anderer zu hören, mit dem Herzen anderer zu fühlen.

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Reiterin
41 Jahre alt
Fast in einem Atemzug mit dem König Navarres und seinem Commanding General dürfte Shahar Fendyr, geb. Cavall, genannt werden, wenn die Rebellen im Reich versuchen, ihre Feinde persönlich aufzuzählen. Vor nicht ganz fünf Jahren und im Anschluss an die niedergeschlagene Rebellion wurden ihr Mann und sie mit Tyrrendor belehnt, so dass sie in der zivilen Welt nun mit dem Ehrentitel Herzogin anzusprechen ist. Was nach Krönchen, gesellschaftlichen Events und schönen Kleidern klingt, ist tatsächlich aber ein rauer, grausamer Alltag. Zum fünften Mal jährt sich dieses Jahr die erfolgreiche Niederschlagung der Rebellion, aber die Trümmer, die man in Tyrrendor dabei hinterlassen hat, schwelen noch. Manche physisch wirklich, manche nur psychisch in der Seele der Einwohner. Die 100 Anführerfamilien habe man hingerichtet, heißt es in der offiziellen Berichterstattung, danach, wie viele der unteren Schichten auch nur enttarnt wurden, fragt niemand – der nicht vor Ort ist. Von einer niedergebrannten Hauptstadt weiß man, schweigt aber ebenso über zivile Opfer, wie über staatliche Institutionen und Unterlagen, die im Feuer zu Grunde gingen. Die Folgen eines Bürgerkriegs und womöglich immer wieder aufflammende Glutnester einer Rebellion zu beseitigen, ist zu Shahars Lebensinhalt geworden, die dergleichen nicht diplomatisch, sondern blutig vom Rücken eines Drachen erledigt.
Zum Militär zu gehen, für Land und Krone zu kämpfen und die Einwohner Navarres zu beschützen, hatte Shahar mal gewollt. Als Ehre hatte die jüngere Tochter der Adelsfamilie Cavall es gesehen und sich mit jeder Menge Ideale auf den Weg über den Viadukt in den Reiterquadranten gemacht, die geradezu ritterlich und edelmütig genannt werden konnten. Die letzten fünf Jahre haben davon jedoch fast alles zerstört und die Priorität von ‚es soll Menschen gut gehen‘ auf ‚sie sollen Ruhe halten‘ verlagert. Aufgrund ihrer Zuständigkeit für mehrere Staffeln des Südgeschwaders, die in Lewellen und Dewwey stationiert sind, scheint sie machtvolle Militärpositionen inne zu haben, doch die Hälfte aller Macht und aller Orden, die man Shahar seit Ende der Rebellion angeheftet hat, sind lediglich schöner Schein: Die Provinz Tyrrendor sollte möglichst nah an den König heranrücken und gezeigt werden, wie viel Vertrauen auch in die neue herzogliche Führung gesetzt wurde. Shahar ist ein Stückweit personifizierte Propaganda, die mit Verantwortung, Arbeit und Leid zwar konfrontiert wird, in deren Hintergrund aber noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Diese bestehen ebenso aus offiziellen Beratern und guten Stellvertretern, wie auch Mitglieder der königlichen Verschwörung, deren Lügen auch Shahar auf den Leim geht: Auch sie glaubt, dass es bei der Rebellion in Tyrrendor um einen reinen Aufstand gegen den König, gegen den Krieg, gegen die Wehrpflicht ging. Darum, dass Tyrrendor den anderen Einwohnern Navarres die Unterstützung verweigern wollte, auf die man doch so dringend angewiesen ist; in Persona ebenso wie dadurch, dass Tyrrendor die Kornkammer des Reichs ist. Nichts weiß sie über die Veneni und alles, was damit noch zusammenhängt.
Und selbst wenn sie es wüsste… Shahars Loyalität gegenüber der Königsfamilie ist in den letzten Jahren zwar gesunken, da sie sich mit den Problemen in Tyrrendor allein gelassen fühlt, doch sie würde nicht so weit gehen, dieser Königsfamilie und ihrem eigenen Land in den Rücken zu fallen. – Die Rebellion (oder ihre Reste, wie sie glaubt) sind definitiv auch Shahars persönliche Feinde. Dieser, nicht der Krone, lastet sie jeden Tod der letzten Jahre innerhalb von Tyrrendor an. Und jeden Moment, in dem ihre eigenen Kinder sie in den letzten Jahren zwar gesehen, mit ihr am gleichen Ort gelebt haben, gleichzeitig aber doch nichts von ihrer Mutter hatten.
Gespielt von Maj
Dabei seit: 12.10.2024, 15:09
Zuletzt gesehen: 22.01.2025, 15:51

Reiter
31 Jahre alt
i. Du hast schon als Kind von ihnen gehört. Kennst die Sagen und Mythen, von denen vor allem deine Mutter immer wieder erzählt hat; manchmal als wären sie Teil einer Einschlafgeschichte, manchmal aber auch wie eine Art Drohung, wenn du einmal nicht hören wolltest. Es waren Geschichten, die schon sie als Kind gehört hat, dachtest du immer. War ja alles nicht weiter schlimm, weil sie ja nicht echt waren, nicht wahr? Dachtest du zumindest immer, bis jetzt. Dein Bruder sitzt dir gegenüber, er ist schon seit einer Weile mit der Ausbildung zum Drachenreiter fertig, dir steht sie gerade noch bevor. Doch es sind keine besonderen Tipps, die er dir für diese Zeit mit auf den Weg geben will. Sind keine Tricks, mit denen du es einfacher über den Viadukt oder in deiner Staffel schaffen könntest. Sind keine Erfahrungen, die er mit dir teilen will – oder zumindest nicht solche, wie du sie dir erhoffst. Veneni und Wyvern sind echt. Die Worte hängen zwischen euch, ganz frisch ausgesprochen, aber wie es scheint noch nicht wirklich angekommen. Er sieht dich ernst an, du schaust verwirrt, willst ihm eigentlich gar nicht glauben. Doch da ist etwas in seinem Blick. Da klingt etwas in der Stimme deiner Mutter nach, immer wenn sie von diesen Mythen erzählte. Da ist diese kleine Alarmglocke in deinem Kopf, die dich davon abhält, diese Worte einfach als dämlichen Scherz abzutun. Die Worte dringen weiter in deinen Kopf, erreichen die hintersten Zellen deines Hirns und mit dem Verstehen, mit dem Glauben kommt noch eine Erkenntnis: ihr werdet belogen. Deine Familie, alle Familien, das ganze Land. Die Frage ist nur: wieso? Wäre doch sinnvoller, euch alle auf die Wahrheit vorzubereiten. Eigentlich.

ii. Dein Blick ist wachsam, deine Körperhaltung angespannt. Ist nicht das erste Mal, dass du dich in dieser Situation wiederfindest und trotzdem ist es nichts, in das du mit Leichtigkeit gehst. Ohne Vorsicht, ohne zu vergessen, dass ihr vielleicht alle mal im Sand gespielt habt, aber auf verschiedenen Seiten der Grenze. Vor dir stehen zwei poromische Flieger, direkt zwischen ihren Greifen, während neben dir ein weiterer Reiter steht, in euren Rücken eure Drachen, die eure Gegenüber genau im Blick behalten. Ihr wechselt ein paar Worte, du holst dir ein paar Informationen darüber ein, wie es drüben aussieht, obwohl du dich doch gerade selbst dort befindest. Auf der anderen Seite der Grenze. Außerhalb des Schutzschildes. Auf poromischem Boden. Die Waffen, die ihr mitgebracht habt, wechseln ihre Besitzer und es fallen noch ein paar weitere Worte, bevor du dich abwendest, zurück zu Udys gehst. Dein Drache lässt in seiner Aufmerksamkeit nicht nach, wartet ruhig, bis ihr sicher auf euren Drachen sitzt und die Flieger auf ihren Greifen sitzen, bevor er abhebt, dich zurück Richtung Heimat fliegt. Dorthin, wo du eigentlich hingehörst. Dorthin, wo du diese Waffen herbekommst, wo du seit deiner Ausbildung stationiert bist. Aber du weißt: das hier wird nicht das letzte Treffen gewesen sein. Weißt, dass du in ein paar Wochen wieder vor Fliegern stehen wirst. Spätestens.

iii. Du stehst ganz still, zu deinen Füßen hebt sich der Staub der Trümmer, die um dich herum liegen. Kaum zu glauben, dass du einmal in diesem Haus aufgewachsen bist. Dass du hier gelernt hast, wie man läuft und spricht und zum ersten Mal auf so etwas wie einem Drachen gesessen hast – damals jedoch noch aus Holz, viel zu leicht entflammbar für das Wesen, das sich letztendlich wirklich an dich gebunden hat. Oder dich an sich, darüber könnte man sich wahrscheinlich streiten. Aber nicht jetzt, nicht hier, wo du zum ersten Mal vor deinem zerstörten Elternhaus stehst. Ist nicht das einzige, das die Schlacht von Aretia nicht überlebt hat; die Menschen, die darin noch lebten, haben es aber glücklicherweise rausgeschafft. Dein Bruder Thornak sei Dank. Doch nur, weil sie Glück hatten, gilt das nicht für alle Bewohner:innen dieser Stadt – und der Gedanke daran lässt die Wut in dir wachsen. Auf das Königreich, dem du dienst. Auf das Militär, dessen Befehle du in der Regel auszuführen hast. Und auf dich selbst, weil du dich tatsächlich von deiner Heimatstadt ferngehalten hast, als andere Teile Navarres es nicht taten. Es war Glück im Unglück für dich, dass du zu weit entfernt warst, zu spät von diesem Angriff erfahren hast. Glück, weil du damit keine Befehle missachten musstest. Unglück, weil du deine Heimat nicht retten konntest.

iv. Es kommt dir vor, als würde dir der Atem stocken. Als würde dein Herz kurz aussetzen. Du musst ein paar Mal blinzeln, um dich zu vergewissern, dass das kein Traum ist – aber es hilft alles nichts, das hier ist die Realität. Ist sie, die da vor dir steht. Sie, die du das letzte Mal vor fünf Jahren gesehen hast. Sie, mit der du einmal in einer Staffel gewesen bist, mit der du bereits deine Ausbildung bestritten hast. Sie, die dich einfach immer wieder so unendlich genervt hat. Angekotzt hat. Und herausgefordert hat. Ist aber auch vor allem sie, deren Anblick augenblicklich ein paar längst verdrängte Bilder zurück in deinen Kopf jagt. Bilder von Veneni, von Wyvern, von kämpfenden Reitern und Fliegern, Seite an Seite. Und von ihr, wie sie verletzt am Boden lag, obwohl sie nicht einmal annähernd in deiner Nähe sein sollte. Ihr hättet sie dort lassen, sie ihrem Schicksal überlassen sollen (wäre vielleicht wirklich am einfachsten gewesen), aber ihr habt euch um sie gekümmert, sie zurück zu eurem Stützpunkt gebracht. Und während dein Bruder anbot, ihr Gedächtnis zu löschen, warst du es, der sich für eine einfache Lüge entschied. Missglückter Einsatz ihrer Siegelkraft, dabei auf den Kopf gefallen. Alles ziemlich blöd gelaufen. Vor vorher. Mit der Lüge. Und damit, dass sie nun wieder in deiner Staffel gelandet ist.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 12.10.2024, 13:33
Zuletzt gesehen: 04.01.2025, 14:16

Reiterin
31 Jahre alt
Ungestüm rasen drei Paar Kinderfüße über die Holzdielen des kleinen aber gemütlichen Wohnhauses der Familie Wallace in Samara. Warst die laute, die wilde. Die, die sich nichts sagen ließ. Die, deren Namen im scharfen, strengen Ton über die Lippen ihrer Eltern kam, weil sie's für nötig hielten, deinen Tatendrang zu zügeln. Bist das älteste Geschwisterkind, das Vorbild. Diejenige, an der die anderen sich orientieren werden, ein Leitbild, und solltest mit gutem Beispiel voran gehen. Hast viele Jahre weder verstanden, was das bedeuten sollte, noch irgendetwas von den Pflichten, die deine Eltern dir auferlegten, ernst genommen. Rein zum einen Ohr, raus zum anderen. Hattest deinen eigenen Kopf, eine sehr genaue Vorstellung davon, wie du dir das Leben vorstellst - bist nicht die Erwachsene, nicht die Vernünftige. Hast dir schon damals trotz mehrfacher Warnung die Splitter in die Füße gehauen und die Knie aufgeschlagen, bist das Risiko eingegangen. Hast dich als dumm und unbelehrbar bezeichnen lassen, obwohl's schon immer Mut und Entschlossenheit waren, die in deiner Brust brüllten, stolz wie ein Löwe.

Hast deinen Willen nie brechen lassen von sinnlosen Ansprüchen - deine Eltern haben schnell gelernt, dass das Feuer in deinem Inneren nur schwer zu zähmen ist. Sie haben dich sein lassen, wer du bist. Immerhin in einer Sache wurdet ihr euch früh einig: eine Persönlichkeit wie deine würde in den Reiterquadranten gehören. Dass deine Eltern diese Zukunft auch für deine Geschwister sahen - und es nicht wirklich etwas persönliches, kein individuelles Kompliment an deine Fähigkeiten, war - wusstest du oft genug zu ignorieren. Hast ihre Erwartungen als Stolz gedeutet und alles dafür getan, irgendwann einmal erfolgreich über den Viadukt zu balancieren und drei Jahre harte Ausbildung zu überstehen, um auf dem Rücken eines Drachen die Wolken zu teilen. Hast dich den Wünschen und Erwartungen deiner Eltern bereitwillig gebeugt, weil sie mal nicht dem widersprachen, wer du warst. Hast - gefühlt - zwanzig Jahre deines Lebens mit Warten verbracht, hast die Aussicht auf das Basgiath War College als Motivation gesehen, als Antrieb - hattet nie das Geld, nie die Möglichkeiten für professionelles Training, aber hast alle Möglichkeiten genutzt, bis es endlich soweit war.

Seren Wallace. Eine von vielen Kadett:innen aus gewöhnlichen Kreisen, ohne besondere, militärische Vergangenheit. Reine Weste, kein Name, mit dem man irgendetwas verbindet - war ein guter Start für dich; bist aus den Schatten ins Rampenlicht getreten und hast alle überrascht. Wurdest von einem Niemand zu jemandem. Hast dich endlich gesehen gefühlt in deinem Tatendrang, in dem Sturm, der in dir tobte, in all' der Energie, die jahrelang unverstanden blieb. Basgiath wurde der Anfang von Etwas, das eine strahlende Karriere am Himmel werden könnte - war dir von Anfang an bewusst, doch anstelle von Druck war's eher ein konstantes Gefühl der Aufregung, das dich in deinen drei Jahren Ausbildung begleitete. Damals, als du noch nicht wusstest, dass aus werden könnte einmal hätte sein können werden würde; als du nicht nur Hoffnung hattest, sondern eine klare Aussicht direkt voraus.

Unangenehm pocht es hinter deiner Stirn, wenn du versuchst, nach Fragmenten deines Lebens zu greifen, die längst in der Vergangenheit liegen. Es ist vorbei. Du bist vorbei. Die Version der Seren, die wild und ungezügelt für sich und das einsteht, was sie erreichen möchte, gibt es nicht mehr. Wird heute regelmäßig ausgebremst durch die Grenzen, die das Schicksal ihr gezogen hat. Hast du dich auf dem Rücken deines Drachen einst allmächtig gefühlt, musstest du lernen, dass du es nicht bist. Bist heute doch nicht viel mehr als der Niemand, den du nach jahrelanger Arbeit endlich abgelegt hattest; schlimmer noch, bist nur noch der Schatten des Niemands, der du einmal gewesen bist. Hast die Karriereleiter nicht bezwungen, sondern bist abgerutscht; die Sprossen war'n instabil, bist metertief gefallen, auf dem Boden der Realität aufgeprallt.

Der Anblick im Spiegel ist ungewohnt. Allen, die dich kennen, steht die Verwirrung in den ersten Sekunden deutlich ins Gesicht geschrieben, bevor ein schräges Lächeln das Weg auf und ein "steht dir" den Weg über ihre Lippen findet. Dein Inneres spiegel dein Äußeres wider: radikale Veränderung ist es, was du durchgemacht hast, radikale Veränderung ist, was auch die Anderen sehen sollen. Bist nicht mehr die Seren von Früher. Dein langes, brünettes Haar ist gewichen. War im Weg, trug zu viel der Geschichte mit sich herum, mit der es dir schwer fällt, zu leben. Die Strähnen kitzeln nicht länger deinen Rücken; gehen dir nur noch bis knapp über die Schultern. Dunkles, fades Braun weicht strahlendem Wasserstoffblond. War eine dieser Nacht und Nebel-Aktionen, die niemand hinterfragt. Auch du selbst nicht. Hast dir selbst auch im Nachgang nicht die Gelegenheit gegeben, zu hinterfragen, ob's dir steht. Ist dein neues Ich. Konntest dir in vielerlei Hinsicht nicht aussuchen, wer du bist, kannst nicht zurück. Auch bei dieser, der am bisher wenigsten verhängnisvollen, Entscheidung nicht. Klingt endgültig, doch bist deiner neuen Erscheinung nicht hilflos ausgesetzt - gibt einen großen, bedeutenden Unterschied: hast sie, wenn auch nicht in vollem Bewusstsein, für dich selbst getroffen.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 12.10.2024, 12:44
Zuletzt gesehen: 05.02.2025, 18:51

Fliegerin
23 Jahre alt
Irgendwo dort draußen ist ein Zuhause, das auf dich wartet. Menschen, die dich lieben. Eine Zukunft. Als Kind – da hast du dich in Fantasien wie diese geflüchtet, immer dann, wenn’s zu laut und drängend wurde. Wenn Geschirr an den Wänden zerschellt ist; wenn die dumpfen Geräusche auch durch mehrere Türen zu dir hindurchdrangen. Damals hast du die Decke über den Kopf gezogen. Heute ist nichts mehr übrig von einem Mädchen, das zu den Göttern gebetet hat. Hast keine Träne mehr vergossen, kein Zittern, keine Schwäche mehr erduldet, seit du den Ort, der dir eine Heimat hätte sein sollen, hinter dir gelassen hast. Grenzt an ein Wunder, dass du heute noch lebst. Ist, fragte man dich, Ironie des Schicksals, dass du dich noch immer durch den Tag kämpfen musst. Dass Frieden etwas ist, das du nicht kennst. Nie gekannt hast. Du hast zu früh lernen müssen, Verantwortung für dich zu übernehmen. Dich zu versorgen und dein eigenes Überleben zu sichern. Gab viele wie dich auf den Straßen Kalvenzas, hast damals von deiner unauffälligen Statur profitiert, geschickte Hände und flinke Füße haben dich irgendwie am Leben erhalten. War eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis du im Dreck der Stadt dein Leben lassen würdest. Würdest entweder in einer kalten Winternacht erfrieren, verhungern oder von einem der Stadtwächter oder gar Deinesgleichen zu Tode geprügelt werden. Nichts davon ist eingetreten. Hast es sogar geschafft, zwei lange Jahrzehnte zu überleben, ein Großteil davon auf der Straße, einen weiteren zwischen Heu und Getreide und einem wärmenden Kamin. Fühlt sich an, wie ein ganzes Leben und doch liegt noch so viel mehr vor dir. Hast gehungert, gefroren, gestohlen, gekämpft. Ums Überleben gekämpft. Hast dein Herz geöffnet, dein Vertrauen geteilt und am Ende doch nur wieder allein dagestanden. Du blickst auf eine lange Liste von Fehlschlägen, von gescheiterten Versuchen und verlorener Hoffnung. Hast nicht damit gerechnet, dass du diesen Sprung ins kalte Wasser des Stonewaters wirklich überleben würdest. Hast eher darauf gehofft, dich in die geringe Statistik derer, die es nicht zurück an Land schaffen würden, einzureihen. In den Fluten zu ertrinken, um endlich nicht mehr kämpfen zu müssen. Du bist kein gläubiger Mensch, aber glaubst fest daran, dass Thornak dich jeden Tag aufs Neue fickt. Dort oben, oder unten, oder wo auch immer sie sind, wenn sie existieren, auf dich spuckt und über dich lacht. Naeve, die hat’s schon wieder geschafft. Nur knapp und sicher nicht mit ausreichend Verstand. Trotzdem: du stehst hier. An der Seite eines Greifs, der wenig darauf gibt, ob du dich heut’ wieder im Selbstmitleid suhlst. Ist das erste Mal, dass du gezwungen bist, zuzuhören. Ihm zuzuhören. Dich nicht nur in einem ewigen Kreislauf der Selbstverdammnis einzuschließen. Dein Leben – es fühlt sich an, wie ein Wirbelsturm. Einer, der die Puzzleteile, die dir das Gefühl von Sicherheit bieten, stets auf ein Neues von dir stößt. Dir die nimmt, die dir Vertrauen und Liebe schenken könnten; denen du Vertrauen und Liebe schenken könntest. Manchmal: da kommen sie zu dir zurück. Schauen dich aus großen, verständnisvollen Augen an, die dich so wütend machen. Nicht wütend auf sie. Wütend auf die Welt, die alles tun wird, um sie zu zerstören, so, wie sie dich zerstört hat.
Gespielt von Berrie
Dabei seit: 12.10.2024, 06:08
Zuletzt gesehen: (Versteckt)

Flieger
30 Jahre alt
Auf den ersten Blick mehr Muskel als Hirn, mag es die meisten Menschen durchaus überraschen, dass Faebien Cailbhin schon lange die schmale Grenze zwischen beidem wandelt. Immer schon ein Mann eher wenigerer Worte, sind es eben jene eigentlich, die ihn am meisten erfüllen. In einem anderen Leben wäre er vielleicht Schriftsteller geworden, in diesem aber wurde er Soldat aus voller Überzeugung. Der Nationalstolz und das Heimatgefühl sind ihm ebenso ins Wesen eingebacken, wie dass die Fliegeridentität zur familiären Tradition gehört. Die Fußstapfen seines Vaters erscheinen Faeb, wie die meisten ihn nennen, noch heute immens, aber es hat ihn trotzdem nicht davon abgehalten, seinem Beispiel folgen zu wollen und sich dem Kampf gegen die Veneni zu verschreiben. Die Ausnahme in seinem Nacheifern bildet die Lautstärke, welche die restlichen Mitglieder seiner Familie in den meisten Fällen auszeichnet – diese ist nur in seinem Lachen zu finden, welches manchmal etwas zu laut durch Lokalitäten hallt. Ruhe hat er sich eher antrainiert, als dass es seinem Charakter entspricht. Lediglich, wenn seine Aufmerksamkeit auf einem Buch oder er auf dem Rücken seines Greifens sitzt, kann er sich vollkommen auf etwas fokussieren. Ansonsten wandern seine Gedanken, sowie seine Gabe, also die Fähigkeit der Beziehungsidentifikation ihm im Alltag eher zum Automatismus geworden ist, als dass er sie bewusst abruft. Sie hat seine Tendenz alles und jeden in Kategorien, auch die bürgerlichen, verpacken zu wollen nur verstärkt. Faebien mag seine Welt zwar nicht schwarz-weiß, aber je klarere Verhältnisse er schaffen kann, desto wohler fühlt er sich. Auch deswegen hört man das Wörtchen vielleicht nur selten von seinen Lippen, er sagt lieber ja oder nein, als sich der Unsicherheit auszusetzen.

Den Jungen vom Land hat er nur in seinen immer wechselnden Wohnorten hinter sich gelassen, ein gewisser Drang nach Weite ist ihm erhalten geblieben. Eben jene findet er entweder in der Luft oder aber in den Büchern, die sich in der Regel auch in seinem Zimmer neben seinem Bett stapeln, weil er immer zu viele davon besitzt und doch alle lesen will. Böse Zungen behaupten, er hat diese nur, um nicht zum Hau-Drauf-Klischee zu werden, aber in seiner kleinen Bibliothek wird jedes Buch gelesen, annotiert und sich überlegt, ob man nicht vielleicht selbst mal einen Roman schreiben will. Der Traum ist zu klein und farblos im Gegensatz zu dem Krieg, in welchem sie leben, aber er schlägt seit geraumer Zeit leise Töne in seinem Inneren. Es ist eben jene Art, die ihn in zwischenmenschlichen Beziehungen meist von lockeren Bekannten in enge Freundschaften springen lässt. Menschen sind ihm wichtig, das Wohl der Unschuldigen ein Anliegen und soziale Gefüge – trotz ihrer Komplexität – immer eine spannende Analyse wert. Dennoch liegt ihm unbeeinflusstes Urvertrauen nicht mehr, auch weil er um die Schattierungen von Meinungen innerhalb des Konfliktes weiß. Das Reden überlässt er gern den Anderen, sieht sich selbst meist eher im Hintergrund, vielleicht doch auch auf den zweiten Blick mehr als Muskel anstatt als Redner, dabei wäre er in der Lage beides zu sein.

Gewalt ist für Faebien immer Mittel zum, nie reiner Selbstzweck. Wenn seine Emotionen überkochen, bringt er sie zum Papier oder rennt sie sich aus dem System, sie an anderen auszulassen, liegt dem auf geselligen Miteinander ausgelegten Charakter näher als der offene persönliche Konflikt. Er mag abstrakte Probleme lieber als eigene und seine Freunde werden ihn eher als Stehaufmännchen beschreiben, als dass man ihn je jammern hört. Das emotionale Treiben im eigenen Inneren wird meist rationalisiert, in Gesprächen mit Logik seziert und erst in der Folge in aller Intensität verstanden. Soll heißen, spricht man ihn auf sein Innenleben an, antwortet er durchaus ehrlich, er würde es nur zumeist nicht von selbst auf den Tisch bringen. Auch in diesem Belang macht er sich lieber zum Zuhörer. Sicherlich verpasst er dadurch das ein oder andere Mal den Moment, sich selbst durch andere hinterfragen zu lassen, aber in den wenigsten Fällen begegnet er dort einer Frist, die ihm das Umdenken schlussendlich unmöglich macht. Sein Hang zur Rationalisierung macht ihm auch im romantischen Sinne manchmal etwas schwer von Begriff und dementsprechend trottelig. Grundsätzlich hat er seine Unsicherheiten aber einmal abgelegt, zeigt er seine Zuneigung auch gern in körperlicher Nähe. Übrigens auch bei Freunden, weswegen das manchmal missverstanden werden kann.
Gespielt von jella
Dabei seit: 11.10.2024, 21:16
Zuletzt gesehen: 12.01.2025, 20:18

Fliegerin
28 Jahre alt
Dein Lachen hallt durch die Mauern – es ist laut, fast ein bisschen zu hell für den Ort an dem ihr seid. Aber du hast gelernt, es nicht zurückzuhalten. Hast gelernt, es als Befreiung für das zu sehen, was es ist: von der Schwere eines endlosen Kampfes. Hast mit angesehen, wie deine Heimat an zwei Fronten zeitgleich gegenwärtig sein muss, um das zu schützen, was euch am Wichtigsten ist. Eure Familien. Die Hoffnung auf eine Zukunft statt der endgültigen Vernichtung. Deswegen lässt du die Stille um dich herum nur selten zu, nur in Momenten, in denen du dich sicher genug fühlst, um selbst ruhig zu werden. Dich deinen Gedanken hinzugeben, deine Sorgen zu adressieren und die Scherze zu vergessen, die dir sonst so mühelos über die Lippen kommen. Das Augenrollen, das sie begleitet. Bist bekannt dafür, die Stimmung anzuheben, die Welt für andere besser zu machen – weil es das ist, was dich glücklich macht. Die Menschen zufrieden zu sehen, die dir am Herzen liegen. Vielleicht ist es dein geheimes Talent, dass du die Dinge auf andere Weise betrachtest, nichts zu ernst nimmst, weil du ansonsten selbst deinen Verstand verlieren würdest. Du magst das Gefühl nicht, erdrückt zu werden – deswegen entgehst du ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Hältst an dem unerschütterlichen Glauben fest, dass sich irgendwann auch das schwerste Rätsel lösen lassen wird, dass das letzte Puzzleteil seinen Weg an die richtige Stelle findet. Du brauchst keinen Tempel dafür, dir reichen Träume aus. Vermutlich ist dir deswegen die Gabe zuteil geworden, ihnen folgen zu können. Sie nach deinen Vorstellungen zu formen. Es hat dir das Leben gewissermaßen erleichtert, brauchst keine mühseligen Worte mehr, um Ideen so zu platzieren, dass sie Anklang finden: kannst sie in die Gedanken von Personen setzen, die mehr zu sagen haben. Einfluss besitzen. Du brauchst keinen Ruhm, auch wenn du es magst, mit der Aufmerksamkeit zu spielen. Aber das, was du wirklich willst, weißt du selbst den Großteil der Zeit über nicht: hast Angst, dich zu sehr an Menschen zu binden, weil sie dich verlassen könnten, kannst gleichzeitig aber nicht gut allein sein. Du pflegst Freundschaften, brauchst aber Zeit um auch über die tiefergehenden Themen zu sprechen. Die Oberflächlichkeit zu verlassen. Bist nicht nachtragend, aber vergisst auch keine Enttäuschungen, weil sie das Vertrauen verletzen, was du in die jeweiligen Personen setzt. Sicherlich wäre es klug, mehr infrage zu stellen: aber deine Loyalität ist beinahe grenzenlos. Bist überzeugt davon, dass dein Schwadron ein Teil deiner Familie ist. Es die Menschen sind, für die du ohne einen Zweifel dein Leben geben würdest.
Gespielt von jani
Dabei seit: 11.10.2024, 20:34
Zuletzt gesehen: 22.01.2025, 15:46

Reiter
54 Jahre alt
Es gibt nicht mehr viel, was dich noch überraschen könnte. Du lebst sowieso nur von einem Tag zum anderen, weil es schlussendlich nie in deiner Hand gelegen hat, ob du am nächsten Tag noch atmest. Als kleines Kind von einem Einsiedler großgezogen, musstest du früh lernen, allein klar zu kommen. Dass du dann mit 15 wirklich allein dastehst und noch die Jahre bis zur Einberufung am Arsch der Welt in einer Hütte lebst, hättest du auch nie gedacht. Aber es hat dich überleben lassen. Nicht nur allein, sondern auch in Basgiath und später im Krieg. An der Front. Du hast deinen Fair Share an Blut, Gewalt und Tod erlebt und eigentlich hast du genug davon. Du kannst nur nicht aufhören. Weil du loyal wie ein verdammter Hund bist und deine Staffel ist dir wie eine Familie geworden. Und Familie lässt man nicht zurück. Nicht, dass du da viel Erfahrung mit hättest. Du hast vermutlich irgendwo ein oder zwei uneheliche Kinder rumspringen, die du nie kennenlernen wolltest. Du bist eigentlich schon ein Familienmensch – du hast aber trotzdem Schiss das ganze Happy Life durchzuspielen. Deine Albträume nachts willst du keinem aufbürden. Dass Iril das mitbekommt reicht doch. Überhaupt, so nen Drachen als Anhängsel….wer würde das mitmachen, wenn man das nicht selbst erlebt, so wie deine Staffel. Also – unbedeutender Sex für eine Nacht it is. Bisher bist du damit gut gefahren. Keine Verpflichtungen außerhalb des Dienstes. Du bist nicht mehr der Jüngste und wenn man sich deine Lebensphilosophie so ansieht, ist es wirklich ein Wunder, dass du bis hierhin gekommen bist. Du genießt jeden Tag und nimmst Gefahren nicht immer völlig ernst – zumindest solange nur du selbst betroffen bist. Bei anderen wirst du zum Bär – kein Haar darf ihnen gekrümmt werden, wenn sie dir nahe stehen. Was nicht viele sind. Du bist eigentlich ein Softie, aber das kann man doch keinem unter die Nase binden, nachdem du so lange den Krieg überlebt hast. Nachdem du so viele Narben davon getragen hast. Nachdem du so viel Blut vergossen hast. Aber selbst der größte Krieger braucht irgendwann seinen Frieden.
Gespielt von Cay
Dabei seit: 11.10.2024, 10:41
Zuletzt gesehen: 21.01.2025, 17:44

Reiterin
21 Jahre alt
Gefühle, Empathie, zwischenmenschliche Beziehungen – all das sind Wörter, mit denen du nicht viel anfangen kannst. Vielleicht, weil du in deiner Vergangenheit zu viel erlebt hast, zu viel ertragen musstest. Zu viel, was dich gezwungen hat, deine Emotionen zu unterbinden und alles mit purer Logik zu betrachten. Wenn man dich fragen würde, würdest du das allerdings verneinen. Deine Eltern waren Separatisten und ihnen muss klar gewesen sein, dass ihre Rebellion Konsequenzen haben könnte. Und diese Konsequenzen mussten sie tragen, so wie jeder andere es auch muss. Du könntest dramatisch sein und sagen, dass du dein Herz davon abgeschottet hast, aber Dramatik liegt dir nicht. Man könnte dich kalt und emotionslos nennen und das wäre okay für dich. Solange man dich nicht für dumm hält. Denn das bist du absolut nicht. Sonst wärst du nicht da, wo du jetzt bist. Du hast hart an dir gearbeitet, um hier anzukommen. Endlich zu beweisen, was du drauf hast. Und jetzt hast du es geschafft. Dein Drache hat dich gewählt. Hat deine Stärke erkannt und sich vor allen anderen für dich entschieden. Deine Loyalität liegt da, wo es dir am sinnvollsten erscheint. Dein eigener Nutzen steht über allem anderen und du verstehst nicht, warum andere das nicht so handhaben. Was bringt es dir, dich für andere aufzuopfern? Nur, damit sie sich umdrehen und dir einen Dolch in den Rücken rammen? Natürlich bist du nicht dumm genug, das offen zuzugeben. Du spielst eine Rolle und diese spielst du perfekt. Was du wirklich denkst, weiß niemand. Zumindest war das so, bis du eine zweite Stimme im Kopf hattest. Plötzlich musst du einem anderen Wesen vertrauen. Plötzlich musst du dein wahres Ich teilen. Und nicht nur das: Auf einmal bist du Teil einer Staffel, die du auf gewisse Weise an dich heran lassen musst. Du versuchst weiterhin, deine Distanz zu wahren. Das perfekte Geschwadermitglied zu sein, ohne dich emotional auf all das einzulassen. Denn im Basgiath War College ist die Gefahr, dass dir jemand in den Rücken fällt, größer als jemals zuvor in deinem Leben. Und es gibt niemanden, dem du vertrauen kannst. Oder?
Gespielt von Ely
Dabei seit: 09.10.2024, 18:44
Zuletzt gesehen: 18.01.2025, 19:02

Reiterin
41 Jahre alt
Als jüngstes Kind einer adligen Familie ist Scatha Crane ebenso behütet wie bevormundet aufgewachsen - und beides hat ihr sehr schnell nicht mehr gepasst. Natürlich gab es viele Privilegien, aber fast noch mehr, was sie nicht durfte. Trotz und Zorn mischten sich in die Unbekümmertheit. Da Körpergröße nicht viel half, begann sie bald, ihren Willen mit List und Tücke durchzusetzen. Was bis heute geblieben ist, ist daher eine Mischung aus der Gewohnheit, bestimmte Dinge einfach zu bekommen und sich nicht unbedingt zurückzuhalten und dem Charakterzug, trotz Temperament dem Verstand die Kontrolle zu überlassen, Risiken abzuwägen, Taktiken und Pläne zu schmieden. Und wenn es sich nicht lohnt, wenn Scatha emotional nicht genug berührt wird, dann kann sie sehr gut gelassen zusehen.
Es war das Gefühl, als jüngstes Mädchen eher eingesperrt zu werden, was sie dazu brachte, ihrem ältesten Bruder nachzueifern. Der machte Karriere bei den Drachenreitern und tatsächlich führte auch ihr Weg schließlich dorthin. Es eröffnete sich ihr eine selbstbestimmte, unabhängige Welt, die sie bis heute sehr schätzt, in der man gelegentlich immer noch die kokette junge Frau erkennen kann, die sie einmal war. Aber über 20 Jahre im Militär haben ihre Spuren hinterlassen, haben sie hart werden lassen und am Ende sogar bitter und zynisch. Das Eis, was sie in ihrer Siegelkraft so sehr liebt, hat sie längst überzogen.

Die größten Spuren und einen tiefen Bruch in ihrem Leben hat die tyrrische Rebellion hinterlassen. Scatha Crane ist ein Name, den man wegen einer herausragenden Siegelkraft und zahlreichen zweifelhaften Heldentaten im Krieg kennt. Ihre Bindung an ihren Drachen ist sehr stark und sie ist ausgesprochen kreativ darin, ihr Eis in die Welt zu schicken und in den Kampf zu führen. Darin hat sie sich einen Ruf erarbeitet. Hätte sie größeres Interesse daran, hätte sie eine glänzende Karriere machen können, aber ihre Freude an Magie ist viel größer als ihre Freude an militärischen Rängen.
Und dann war da noch die Sache mit ihrem Drachen. Der eine Moment, wo Coa entschied, sein Leben, seinen Ruhm oder einfach seinen Hunger über das Wohlergehen seiner Staffel zu stellen und mitten im Krieg seine Kameraden im Stich zu lassen. Das Disziplinarverfahren verlief einigermaßen glimpflich, aber dafür blieb die Beförderung aus, Scathas Bruder musste mehrere gute Worte einlegen und am Ende wurden sie und ihr Drache in eine andere Staffel versetzt.
Der größte Schmerz jedoch kommt daher, dass der Krieg Scathas Beziehung beendete. Die Liebe zu einem Mann aus Tyrrendor war nicht stabil genug, um eine Lösung zu finden, und sie versteht bis heute nicht, wieso er sie so ausgeschlossen hat. Ihr Lebensplan brach damit zusammen und die Wahrheit ist, dass sie seither nicht nur emotional ungesund durchs Leben läuft, dabei Mitgefühl und Behutsamkeit verdrängt, sondern auch nicht mehr weiß, was sie damit eigentlich anfangen soll und sich auch keine Mühe gibt, das herauszufinden.

Bis ihr Leben jetzt ein zweites Mal umgekrempelt wird. Eigentlich hätte es eine ganz normale Patrouille werden sollen, doch stattdessen gab es einen Angriff von Veneni auf Wyvern, zwei Begriffe aus Gruselgeschichten. Was folgte, war die Flucht aus dem eigenen Land, aus Sorge, wegen dieser ‚Entdeckung‘ zum Schweigen gebracht zu werden. Darauf hat Scatha allerdings wenig Lust und gleichzeitig türmen sich Fragen auf… Fragen, die schlimmstenfalls alles umstürzen, was sie bisher für gut und wichtig hielt, die Stabilität Navarres Gesellschaftssystems, das sie bisher schützenswert fand, und der Sinn des Krieges, dem sie alle geopfert hat.
Gespielt von Beere
Dabei seit: 09.10.2024, 10:12
Zuletzt gesehen: 14.01.2025, 20:39



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content by berrie & sophie • based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros